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Nach PISA: Die Lehrpläne sind zu voll - aber was kann raus?
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D_a_X feddit.org D_a_X@feddit.org
Joined: 2024-08-07
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smokeysnilas feddit.org smokeysnilas@feddit.org
Joined: 2024-07-21
#2 · Quote Reply

Alles was nicht versetzungsrelevant ist kann zusammen gekürzt werden. Also schonmal Religion, dann Kunst und Musik zusammen legen. Als nächstes würde ich Politik und Erdkunde zusammen legen. Beim Sprachunterricht konsequent auf die sichere Beherrschung der Sprache zielen, man muss sich in Englisch ausdrücken können aber man muss dazu nicht Shakespeare oder andere klassische Literatur interpretieren. Deutsch genauso, wenn Grammatik und Wortschatz durch sind, dann sind Emilia Galotti und Theodor Fontane usw. komplett irrelevant, zumal am Ende eh jeder der ne gute Note haben will nur noch den Lektüreschlüssel abschreibt. Falls es jemanden wirklich interessiert kann man gerne ein Wahlfach klassische Literatur anbieten, aber nicht mehr im Pflichtfach. Das wären meine ersten Ansätze.

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KasimirDD feddit.org KasimirDD@feddit.org
Joined: 2024-06-23
#3 · Quote Reply

Alles was nicht versetzungsrelevant ist kann zusammen gekürzt werden. Also schonmal Religion, dann Kunst und Musik zusammen legen. Als nächstes würde ich Politik und Erdkunde zusammen legen. Beim Sprachunterricht konsequent auf die sichere Beherrschung der Sprache zielen, man muss sich in Englisch ausdrücken können aber man muss dazu nicht Shakespeare oder andere klassische Literatur interpreti...

Bei Sport wäre ich hin und her gerissen. Das unfairste Fach überhaupt. Aber ohne bewegen sich einige Kids gar nicht mehr.

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mtoboggan feddit.org mtoboggan@feddit.org
Joined: 2024-11-15
#4 · (edited) Quote Reply

Alles was nicht versetzungsrelevant ist kann zusammen gekürzt werden. Also schonmal Religion, dann Kunst und Musik zusammen legen. Als nächstes würde ich Politik und Erdkunde zusammen legen. Beim Sprachunterricht konsequent auf die sichere Beherrschung der Sprache zielen, man muss sich in Englisch ausdrücken können aber man muss dazu nicht Shakespeare oder andere klassische Literatur interpreti...

Wir reden hier von allgemeinbildenden Schulen. Die sollen sowohl Interesse für zukünftige Student*innen der Literatur-, Natur-, als auch Sport- oder Sprachwissenschaften, … wecken können. Diese Relevanzdiskussion ist eigentlich klassischer neoliberaler Quark und lässt sich übersetzen mit: Wie kommen möglichst schnell gleichverdrahtete Businesstrottel in die Wirtschaft?

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mtoboggan feddit.org mtoboggan@feddit.org
Joined: 2024-11-15
#5 · Quote Reply

Bei Sport wäre ich hin und her gerissen. Das unfairste Fach überhaupt. Aber ohne bewegen sich einige Kids gar nicht mehr.

Sportunterricht ist für viele tatsächlich der einzige Berührungspunkt mit Sport.

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macniel feddit.org DmMacniel@feddit.org
Joined: 2024-06-22
#6 · Quote Reply

Alles was nicht versetzungsrelevant ist kann zusammen gekürzt werden. Also schonmal Religion, dann Kunst und Musik zusammen legen. Als nächstes würde ich Politik und Erdkunde zusammen legen. Beim Sprachunterricht konsequent auf die sichere Beherrschung der Sprache zielen, man muss sich in Englisch ausdrücken können aber man muss dazu nicht Shakespeare oder andere klassische Literatur interpreti...

Mit dem wegstreichen von Musik, Kunst und andere Fächer würdest du Schülys aus nicht Privilegierten Haushalten massiv Stöcker in den Weg lernen sich kreativ zu entfalten oder gar ne Passion zu entwickeln, da jene Haushalte so etwas den Schülys zu Hause nicht bieten können.

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smokeysnilas feddit.org smokeysnilas@feddit.org
Joined: 2024-07-21
#7 · Quote Reply

Mit dem wegstreichen von Musik, Kunst und andere Fächer würdest du Schülys aus nicht Privilegierten Haushalten massiv Stöcker in den Weg lernen sich kreativ zu entfalten oder gar ne Passion zu entwickeln, da jene Haushalte so etwas den Schülys zu Hause nicht bieten können.

Nö sehe ich überhaupt nicht so, erstens wäre es nicht komplett weg sondern zusammengelegt und pro Fach eben reduziert. Zweitens können und sollen die Schulen selbstredend freiwillige AGs zum Thema anbieten, das Personal dafür wäre dann ja durch den reduzierten Pflichtunterricht sowieso übrig.

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smokeysnilas feddit.org smokeysnilas@feddit.org
Joined: 2024-07-21
#8 · (edited) Quote Reply

Bei Sport wäre ich hin und her gerissen. Das unfairste Fach überhaupt. Aber ohne bewegen sich einige Kids gar nicht mehr.

Sport würde ich nicht streichen aber anders ausrichten: es geht um Ausgleich vom Sitzen am Schreibtisch aber eben ohne Leistungsanspruch. Und dann darf man das gerne nach persönlicher Interessenlage aufteilen: wer kein Bock auf Fußball hat und eher gechillt unterwegs ist darf dann halt Yoga oder Pilates oder sowas machen. Maßgabe muss sein dass man sich irgendwie bewegt aber ansonsten keine strengen Vorgaben und keinen strengen Lehrplan (und gerne dann auch ohne Noten).

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smokeysnilas feddit.org smokeysnilas@feddit.org
Joined: 2024-07-21
#9 · Quote Reply

Wir reden hier von allgemeinbildenden Schulen. Die sollen sowohl Interesse für zukünftige Student*innen der Literatur-, Natur-, als auch Sport- oder Sprachwissenschaften, … wecken können. Diese Relevanzdiskussion ist eigentlich klassischer neoliberaler Quark und lässt sich übersetzen mit: Wie kommen möglichst schnell gleichverdrahtete Businesstrottel in die Wirtschaft?

Interesse darf gerne geweckt werden aber dann ohne Zwang und ohne Leistungsanspruch und auf freiwilliger Basis. Warum muss man jemanden jahrelang zum Kunstunterricht zwingen der da einfach keinen Zugang und kein Interesse hat?

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kossa feddit.org kossa@feddit.org
Joined: 2024-11-29
#10 · (edited) Quote Reply

Interesse darf gerne geweckt werden aber dann ohne Zwang und ohne Leistungsanspruch und auf freiwilliger Basis. Warum muss man jemanden jahrelang zum Kunstunterricht zwingen der da einfach keinen Zugang und kein Interesse hat?

dann ohne Zwang und ohne Leistungsanspruch

Wir nähern uns einer großen Sache, denn warum muss man jemanden jahrelang zum Matheunterricht zwingen, der da einfach keinen Zugang und kein Interesse hat?

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smokeysnilas feddit.org smokeysnilas@feddit.org
Joined: 2024-07-21
#11 · Quote Reply

dann ohne Zwang und ohne Leistungsanspruch Wir nähern uns einer großen Sache, denn warum muss man jemanden jahrelang zum Matheunterricht zwingen, der da einfach keinen Zugang und kein Interesse hat?

Schule ist halt auch Berufsvorbereitung und Mathe ist da deutlich relevanter als Kunst und Musik. Klar kann man auch Künstler von Beruf werden, aber der Bedarf an Künstlern bzw. der Arbeitsmarkt ist halt deutlich kleiner und Mathe braucht man eben nicht nur als Mathematiker sondern bei wohl deutlich >50% aller Jobs.

Es ist halt die Frage: wollen wir Allgemeinbildung aus Selbstzweck oder geht es vorrangig um Berufsvorbereitung? Wenn wir das Curriculum straffen wollen bin ich schon der Meinung sollte die Berufsvorbereitung die Prio sein. Man kommt eben auch durchs Leben wenn man nicht malen und keine Noten lesen kann. Ohne Mathe wird es schwieriger, auch Künstler müssen wirtschaften und ihre Steuern erklären usw.

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kossa feddit.org kossa@feddit.org
Joined: 2024-11-29
#12 · Quote Reply

Schule ist halt auch Berufsvorbereitung und Mathe ist da deutlich relevanter als Kunst und Musik. Klar kann man auch Künstler von Beruf werden, aber der Bedarf an Künstlern bzw. der Arbeitsmarkt ist halt deutlich kleiner und Mathe braucht man eben nicht nur als Mathematiker sondern bei wohl deutlich >50% aller Jobs. Es ist halt die Frage: wollen wir Allgemeinbildung aus Selbstzweck oder geht...

Also doch

Wie kommen möglichst schnell gleichverdrahtete Businesstrottel in die Wirtschaft?

Generell braucht man auch Mathe, da würde keiner widersprechen. Aber man braucht halt in den wenigstens Berufen Kurvendiskussionen. Und so sehr, wie das Volk sich dieser Tage geifernd über Kunst echauffieren kann und sie verbieten will, braucht es vielleicht auch mehr grundlegende künstlerische Bildung ¯\_(ツ)_/¯

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smokeysnilas feddit.org smokeysnilas@feddit.org
Joined: 2024-07-21
#13 · Quote Reply

Also doch Wie kommen möglichst schnell gleichverdrahtete Businesstrottel in die Wirtschaft? Generell braucht man auch Mathe, da würde keiner widersprechen. Aber man braucht halt in den wenigstens Berufen Kurvendiskussionen. Und so sehr, wie das Volk sich dieser Tage geifernd über Kunst echauffieren kann und sie verbieten will, braucht es vielleicht auch mehr grundlegende künstlerische Bildung ¯\_(ツ)_/¯

Wie kommen möglichst schnell gleichverdrahtete Businesstrottel in die Wirtschaft?

Berufsvorbereitung ist mMn die wichtigste Aufgabe der Schule und wenn wir das Curriculum kürzen wollen sollten wir uns daran orientieren. Und woher kommt die Annahme das ausgerechnet Kunstunterricht in der Schule dazu führt, dass die Kids mehr zu Freidenkern und weniger zu angepassten Mitläufern werden? Vielleicht kann ja auch ein kürzeres Curriculum dann zu mehr Möglichkeiten für soziale Aktivitäten und Freizeitgestaltung abseits von Berufsvorbereitung führen? Und vielleicht kann das ja den Businesstrottteln viel besser entgegen wirken als schulischer Kunstunterricht? Ich kann jedenfalls nicht behaupten dass die Lehrmeinung über Caspar David Friedrich aus dem Kunstcurriculum mich in der Hinsicht irgendwie weiter gebracht hat.

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kossa feddit.org kossa@feddit.org
Joined: 2024-11-29
#14 · Quote Reply

Wie kommen möglichst schnell gleichverdrahtete Businesstrottel in die Wirtschaft? Berufsvorbereitung ist mMn die wichtigste Aufgabe der Schule und wenn wir das Curriculum kürzen wollen sollten wir uns daran orientieren. Und woher kommt die Annahme das ausgerechnet Kunstunterricht in der Schule dazu führt, dass die Kids mehr zu Freidenkern und weniger zu angepassten Mitläufern werden? Vielleicht...

Berufsvorbereitung ist mMn die wichtigste Aufgabe der Schule

Für mich nicht. Mein Anspruch an Schule ist, platt ausgedrückt, dass Kinder und Jugendliche da mal mit allem konfrontiert werden sollten, was die Welt so bietet.

Nehmen wir doch mal random, einfach weil ich da wohne, die hessische Verfassung (Artikel 56) und das hessische Schulgesetz (§2 Absatz 2) herbei. Da ist irgendwas mit "Beruf" auch nur eines von sehr vielen Zielen, geradezu "untergeordnet" erst in Satz 9:

[Die Schulen sollen die Schülerinnen und Schüler befähigen] ihr zukünftiges privates und öffentliches Leben sowie durch Maßnahmen der Berufsorientierung ihr berufliches Leben auszufüllen, bei fortschreitender Veränderung wachsende Anforderungen zu bewältigen und die Freizeit sinnvoll zu nutzen

Bin ich immerhin nicht der einzige, der eine Verengung und Kürzung zu Gunsten "wirtschaftlicher Verwertbarkeit" doof findet.

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smokeysnilas feddit.org smokeysnilas@feddit.org
Joined: 2024-07-21
#15 · (edited) Quote Reply

Berufsvorbereitung ist mMn die wichtigste Aufgabe der Schule Für mich nicht. Mein Anspruch an Schule ist, platt ausgedrückt, dass Kinder und Jugendliche da mal mit allem konfrontiert werden sollten, was die Welt so bietet. Nehmen wir doch mal random, einfach weil ich da wohne, die hessische Verfassung (Artikel 56) und das hessische Schulgesetz (§2 Absatz 2) herbei. Da ist irgendwas mit "Beruf" ...

Kann ich schon nachvollziehen. Dann müssen wir aber halt überbordende Curricula und Stundenpläne bis in die Abendstunden und ne Schullaufbahn die 2 Jahre länger dauert als in anderen Ländern hinnehmen. Das ist dann halt die Kehrseite bzw. die Nachteile von allgemeinbildenden und humanistischen Schulkonzepten.

Ich gebe dir sogar Recht, eigentlich ist ein breites Allgemeinwissen über Berufsbildung hinaus durchaus wünschenswert. Wir müssen eben aber auch berücksichtigen, dass wir in einer globalisierten Welt im Wettbewerb stehen. Wenn andere Länder sich das sparen und dadurch einen Vorteil haben geraten wir eben ins Hintertreffen. Das ist nunmal ein Fakt und den kann man auch nicht einfach weg wünschen oder ignorieren. Und dann kann man schon in Frage stellen ob wir uns diese breite Allgemeinbildung leisten können und wollen oder ob es nicht doch zielführender ist sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Und bevor jetzt wieder das Argument kommt man muss ja nicht immer den wirtschaftlichen Vorteil suchen oder aus jedem Wettbewerb als Erster hervorgehen. Am Ende entscheidet das eben auch ganz konkret über unseren Wohlstand und unsere Art zu leben. Ineffiziente Schulen führen direkt zu weniger Steuereinnahmen und dann weniger Krankenhäusern, Altenheimen, schlechteren Schulen und Kitas, weniger Spielraum für Sozialsysteme usw. Mal platt ausgedrückt: was nutzt mir eine humanistische Schule wenn 40 Kinder in einer Klasse sitzen und es bei Regen von der Decke tropft?

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kossa feddit.org kossa@feddit.org
Joined: 2024-11-29
#16 · Quote Reply

Kann ich schon nachvollziehen. Dann müssen wir aber halt überbordende Curricula und Stundenpläne bis in die Abendstunden und ne Schullaufbahn die 2 Jahre länger dauert als in anderen Ländern hinnehmen. Das ist dann halt die Kehrseite bzw. die Nachteile von allgemeinbildenden und humanistischen Schulkonzepten. Ich gebe dir sogar Recht, eigentlich ist ein breites Allgemeinwissen über Berufsbildun...

die 2 Jahre länger dauert als in anderen Ländern hinnehmen

Auf der einen Seite schon komisch, 150 Jahre ging das mit den allgemeinbildenden Schulen auch so. Aber ja, ich bin für eine krasse Verlängerung der allgemeinen (Aus)Bildungszeit. Auch und gerade in der spezifischen Berufsbildung nach der Schule. Ich meine, man schaue sich mal an, was bspw. ein Tischler heute alles mehr lernen muss als vor 50 Jahren. Der soll plötzlich als CAD Profi aus einer Ausbildung herausfallen, aber die Ausbildungszeit wurde nie verlängert. In der Schule eben das Gleiche. Die sollen Krempel in Grundzügen lernen, der einfach vor 50 Jahren gar nicht entdeckt war, aber von den Grundlagen, auf denen das aufbaut, kann man auch nicht irgendwas weglassen. Ich hielt diesen ganzen G8 Quatsch auch für massiv fehlgeleitet, G10 wäre die schlauere Reform gewesen.

dass wir in einer globalisierten Welt im Wettbewerb stehen

Ja, und nein. Wir stehen international in einem Wettbewerb um Innovation und Industriearbeit. Ich wage zu behaupten, im Bereich Innovation haben wir eher ein kulturelles Problem und allgemeinbildende Schulen würde unsere Innovationskraft fördern. Industriearbeit...ja, hm. Viele Faktoren. Aber, der Zug ist eh quasi abgefahren.

Und ein großer Teil des Dienstleistungssektors steht nicht in so krassem Wettbewerb. Du gehst halt nicht zum Friseur oder Anwalt nach China und dein Klempner kommt auch nicht von da. Und wenn, bspw. durch remote-enabled Dienstleistungen (denke Grafiker oder auch Programmierer), dann halt auch v.a. über Preisdruck, aber das Lohnniveau senken wir ja nicht (was auch ein dummes Ziel wäre), indem wir eine andere Schulbildung implementieren.

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smokeysnilas feddit.org smokeysnilas@feddit.org
Joined: 2024-07-21
#17 · Quote Reply

die 2 Jahre länger dauert als in anderen Ländern hinnehmen Auf der einen Seite schon komisch, 150 Jahre ging das mit den allgemeinbildenden Schulen auch so. Aber ja, ich bin für eine krasse Verlängerung der allgemeinen (Aus)Bildungszeit. Auch und gerade in der spezifischen Berufsbildung nach der Schule. Ich meine, man schaue sich mal an, was bspw. ein Tischler heute alles mehr lernen muss als v...

150 Jahre ging das mit den allgemeinbildenden Schulen auch so

150 Jahre waren wir halt in Deutschland mit an der Weltspitze der zivilisatorischen Entwicklung. Es gab schlicht niemanden der nennenswert schneller oder effizienter war und mit dem wir hätten konkurrieren müssen. In so einer Situation kann man sich die zwei Jahre dann vielleicht wirklich einfach leisten. Mittlerweile hat sich das halt geändert, andere Länder und Regionen haben aufgeschlossen oder sogar Vorsprung vor uns aufgebaut. Am Ende ist es (leider) eine race-to-the-bottom Situation. Wenn die Chinesen die Allgemeinbildung weg rationalisieren, dann schwächt das im Vergleich unsere Position im Konkurrenzkampf.

Vielleicht wäre es eine Lösung einen Block zu bilden der unfaire Handelspartner ausschließt. Dann könnte man eben auch die unproduktive Allgemeinbildung in der Schule zum Kriterium machen. Irgendwo gehört das ja auch zur Demokratie, die auf mündige und allgemein gebildete Bürger angewiesen ist. Und damit mittelbar auch zu den Menschenrechten. Man wäre dann aber auch wieder zurück im kalten Krieg.

Du gehst halt nicht zum Friseur oder Anwalt nach China

Das ist halt komplett zu kurz gedacht. Denn am Ende muss der Dienstleister solvente Kunden haben die ihn bezahlen. Wenn sich keiner mehr den Friseur leisten kann sinken die Preise oder der Job fällt halt ganz weg. Eine Wirtschaft kann nicht dadurch aufrecht erhalten werden das sich alle gegenseitig nur noch die Haare schneiden.

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