voodoocode
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Joined: 2024-06-23
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Ich stimme der Meinung des Autors nur teilweise zu.
Nachgebaute Software gab es immer schon (siehe FOSS, Betriebssysteme usw), KI tools machen es nur einfacher.
Das trägt aber auch zu digitaler Unabhängigkeit bei, zu Wettbewerb und somit Fortschritt.
Von den Crafting Apps habe ich noch keine ausprobiert, aber ich nutze mit RapidRaw einen anderen vibe-coded Lightroom Ersatz, und das ist einfach genau was man braucht.
Vorher hatte ich Darktable und Rawtherapee genutzt, die auch nutzbar waren, aber keine gute UX hatten.
KI Tools ermöglichen Entwicklern also ohne großes Team dahinter, gute Software zu kreiieren.
Da sehe ich vielleicht als den Wert den Adobe über Jahrzehnte kreiiert hat, der kopiert oder gar gestohlen wurde, über den man diskutieren kann.
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HaraldvonBlauzahn
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Joined: 2025-04-04
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Damit könnte ich es bewenden lassen, denn der Schluss trägt schlicht nicht. Mich stört an diesem Fall jedoch mehr als ein Denkfehler. Natürlich erfindet niemand das Rad neu, und alle stehen, wie es so schön heißt, auf den Schultern von Riesen. Software entwickelt sich weiter, indem sie Ideen aufgreift, verändert und verbessert. Ein 1:1-Nachbau ist aber keine Weiterentwicklung, er ist ein Klon, und ihm fehlt jegliche Eigenleistung.
Hinter den Entscheidungen, die ein solcher Klon übernimmt, stehen Menschen: Designerinnen und Designer, die einen Arbeitsablauf so lange umgebaut haben, bis er sich selbstverständlich anfühlte, Entwicklerinnen und Entwickler, die Algorithmen gesucht und verfeinert haben, und Produktverantwortliche, die entschieden haben, was hineingehört und was nicht. Ihre Arbeit ist der eigentliche Gegenstand des Nachbaus, auch wenn sie in keiner Zeile des neuen Codes auftaucht.
Damit bin ich bei dem Punkt, der mich an diesem Fall am meisten beschäftigt. Im April habe ich in Open Source ist nicht das Problem, sondern sein Missbrauch durch Konzerne geschrieben, dass Open Source den Wert von Softwarearbeit gesenkt hat, und zwar vor allem den Wert der Gedankenleistung hinter einem Produkt. Damals habe ich die Ursache in erster Linie in den Strukturen gesehen, die sich um Open Source herum gebildet haben. Heute würde ich das drastischer formulieren.
Wer seine Arbeit kostenlos veröffentlicht, trifft damit im Zweifel eine Aussage über sich selbst: dass diese Arbeit und die Zeit, die darin steckt, offenbar nichts wert sind. Mir geht es dabei nicht um den Gegensatz von offenem und geschlossenem Quellcode, sondern um das Signal, das von verschenkter Arbeit ausgeht. Über Jahrzehnte haben wir als Branche auf diese Weise eine Erwartung geschaffen, die uns heute einholt: dass gute Software nichts kosten muss.
Das finde ich absurd. Aber einen interessanten Anstoss zum Nachdenken.
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Sind Dinge, die man verschenkt oder teilt, weniger wert?
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Wenn mir meine Freundin von Hand als Geschenk einen Pullover strickt, ist der weniger wert als das 30 Euro Teil vom C&A?
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Wenn ich aus Vollholz ein Bett für meinen Sohn baue, ist es weniger wert als was Gekauftes vom IKEA?
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Ist von Menschen geschriebener Sourcecode für gute Software etwas völlig unpersönliches oder ist es doch eine lebendige kreative Leistung?
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Hat die Softwarebranche je ein Problem gehabt, sich urheberrechtlich geschützte Open Dource Software wie den Linzx Kernel entgegen der Lizenz einzuverleiben? Ist die Möglichkeit, das weißzuwaschen, nicht gerade ein massgeblicher Treiber für den KI Hype in der Softwareentwicklung ?
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