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Triplef
feddit.org
Triplef@feddit.org Joined: 2024-10-25 |
Hier mal mein Senf zu Proxy: Proxy spielt in einer Art Postapokalypse. Der Großteil der beschriebenen Welt ist eine mit Plastik gefüllte (scheinbar leblose) Wüste. Für Kawi ist Proxi fast mehr Zuhause als die echte Welt. Sie spielt einen Panther und fühlt sich in diesem Körper in gewisser Form wohler als in ihrem echten Körper. Dazu kommt eine Angst geschlossene Räume zu verlassen. Für Monae ist Proxi ein Ort in dem sie sich als sie selbst ausleben kann. Ein Ort in dem sie sich als "ihr" Geschlecht zeigen kann. Für Dion ist Proxi ein Gefängnis in das sie zur Bestrafung geschickt wird, wenn sie die "Aufgaben", die Ihr gestellt werden, nicht bewältigen kann. Als Proxi gehackt wird, machen sich die drei auf eine Art Roadtrip. Monae und Kawi hoffen Proxi wiederherstellen zu können, Dion versucht vor ihren "Besitzern" zu fliehen. Die Gruppe durchläuft im Laufe ihres Abenteuers einen ziemlichen Wandel. Zu Beginn sind alle 3 ziemlich naive "Stadtkinder", die Proto für eine tote Landschaft halten. Im Laufe der Zeit kommen sie mit immer mehr in Proto lebenden Kulturen in Kontakt, nehmen die Flora und Fauna von Proto wahr, kümmern sich um Vogelküken und ziehen eine Pflanze groß. Auch menschlich entwickeln sich die 3: Kawi schafft es zum Teil ihre Ängste in den Griff zu bekommen. Sie entdeckt eine Identität in Form einer Pflanze für sich, in die sie sich auch im echten Leben hereindenken kann. Dion entdeckt die Welt außerhalb des Labors und von Proxi und ist gleichzeitig auf einer Selbstfindungsreise. Ist ein künstlich geschaffenes Wesen "menschlich"? Und wenn ja was bedeutet das? Gleichzeitig lernt sie mit den ganzen Umwelteinflüssen besser klarzukommen. Die "Shutdowns" wegen mentaler Überreizung nehmen im Laufe des Buchs ab. Ich finde gleichzeitig, dass Dion sehr neurodivergent gecodet ist. Sie kommt außerdem zu dem Schluss Proxi zerstören zu wollen. Monae findet im Laufe des Buchs immer mehr zu ihrer Identität. Ich finde es gleichzeitig befremdlich, dass eine Transperson über quasi das ganze Buch hinweg mit Deadname und falschen Pronomen angesprochen wird. Vielleicht soll es ihre Entwicklung als "Egg" (also afaik. einer Person, die ihr Transsein noch nicht so ganz "durchstiegen" hat) darstellen, gleichzeitig ist sie in Proxi schon so eindeutig weiblich, dass das für mich schwer vorstellbar ist. Der Höhepunkt des Buchs ist mmn, als sie eine Gesellschaft an Biosynths finden, die die zentralen Server bewachen (und gleichzeitig aber einen leichten Schlag haben). Durch die 3 Protagonistinnen kommt es zu einer Verschmelzung aller virtuellen Realitäten, was den großen Unternehmen ein Stück weit die Kontrolle über selbige nimmt. Gleichzeitig kommt heraus, dass Dion die Person war, die Proxi gehackt hat. Die Handlung gipfelt darin, dass Dions "Firma" die 3 einholt und Riia (den Biosynth, der die Welten miteinander verschmolzen hat) und Dion tötet. Durch den Begriff "töten" wird aber auch deren "Menschenartigkeit" herausgestellt. Eine Maschine wird zerstört nicht getötet. Ich finde den Epilog für das Buch insgesamt sehr wichtig. Monae zeigt sich als sie selbst nach außen und wird auch so benannt. Die drei Protagonistinnen bilden eine Art Brücke zwischen Europolis und den Communities, die in Proto leben. Ich fand das Buch insgesamt gut aber nicht großartig. Ist Proxi mmn ein solar punk Buch? Alles in allem ein Buch das klassische solar punk Themen eher anschneidet aber trotzdem mmn lesenswert ist. Erfrischend fand ich ein Buch, das ohne männliche Protagonisten auskommt. Kurzes Nachwort zur Review: Ich habe erst nach dem Schreiben die Autoryperson gegooglet und herausgefunden, dass Aiki Mira nichtbinär ist. Es ändert aber darauf, dass die "Monae"-Frage noch interessanter wird quasi nichts an meiner Review. Wie habt Ihr das Buch wahrgenommen? |
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