In diesem angehefteten wiederkehrenden Faden kannst du Informationen über neu eingetroffenen Tees oder aktuelle Angebote als Kommentar finden und teilen. Wenn du einen Tee empfehlen möchtest, wäre es evlt. besser, einen neuen Beitrag inkl. Verkostungsbericht zu erstellen.
Die Assam-Tees kamen bei Betty Darling dieses Jahr ziemlich spät an. Es gibt nur zwei neue Tees zur Auswahl:
Dikom 865/25
Harmutty 1056/25
Dazu gibt es von Betty Darling keine gute Nachrichten:
Einmal mehr hat sich das Hoffen auf einen Silberstreif am Horizont der Assamqualitäten nicht erfüllen wollen. Die Muster, die uns erreichten, waren nahezu ausnahmslos nur noch ein Schatten jener Tees, wie man sie einst aus Assam kannte mit ihrem hübsch gemachten, tipreichen Blatt und der ausdrucksstarken, gehaltvollen Tasse. Stattdessen musste man sich durch lange Reihen charakterloser, unattraktiver und viel zu leichter Tees arbeiten, die sicherlich in der Industrie noch eine Verwendung finden werden, mit unserem Qualitätsanspruch jedoch in keiner Weise vereinbar waren.
Hinzu kommt, dass sich anstelle des Silberstreifs eher dunkle Wolken am Horizont zeigen. Grund ist das 2026 in Kraft tretende Verbot von Rückständen bestimmter Pflanzenschutzmittel, namentlich Thiametoxam und Thiacloprid aus der Gruppe der Neonicotinoide in der EU, das es zukünftig sehr schwierig machen könnte, noch Tees aus Assam zu finden, die mit den hiesigen Rückstandshöchstmengen vereinbar sind.
Bei Yoshien ist der Hashiri Shincha eingetroffen. Infos zur diesjähringen Witterung aus dem Newsletter:
Aufgrund milder Spätwintertage zeigen sich die Shincha in diesem Jahr besonders mild und zugänglich, mit tiefem, ausgeprägtem Umami, feiner Süße und einer lang nachklingenden Würze, die sich harmonisch mit der belebenden Shincha-Frische verbindet. Nach über zehn Jahren intensiver Verkostungen dieser Hashiri Shincha hat sich noch nie ein derart bezauberndes Ergebnis einheitlich über alle drei Tees hinweg gezeigt. Insbesondere das vollmundige Umami zeigt sich dieses Jahr in hervorragender Pracht – zugleich harmonisch ausbalanciert als auch bemerkenswert bekömmlich. Eine wahrhaft außergewöhnliche Ernte.
Zu der Frühlingsernte in Darjeeling schreibt Betty Darling:
Zwar herrschte auch in diesem Jahr zum traditionellen Start der First Flush-Saison ca. Mitte März in Darjeeling teilweise wieder ein eklatanter Mangel an Regen, aber dennoch konnte zumindest ein Teil der Gärten mit der Pflückung beginnen und mit dem einsetzenden Regen in den trockenen Teilen der Region auch diejenigen, die noch warten mussten.
Das führt naturgemäß anfangs erst einmal zu einem spürbar ausgedünnten Angebot, verbunden mit zuweilen exorbitanten Preisforderungen und einem umtriebigen Marktgeschehen, was sich aber recht schnell relativierte, wenn gleich die geopolitische Situation gerade hinsichtlich der Kosten für die Luftfracht durchaus erheblich war und nach wie vor ist.
Aber zumindest stimmte die Qualität, die manche Darjeelinggärten produzierten, verhalten hoffnungsfroh und strapazierte die Kompromissbereitschaft nicht so sehr wie in den meisten vergangenen Jahren, wie die drei hier vorgestellten Tees gut bezeugen.