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einfach_orangensaft
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einfach_orangensaft@sh.itjust.worksJoined: 2024-04-08 |
Gegen 3 Uhr morgens wurde mir klar das es mit dem Schlafen heute wohl nichts mehr wird, zu groß die Anspannung auf das kommende, ein Trip zum Bürgeramt. Also bin ich wach geblieben, warten, warten auf das losgehen zum warten. Gegen 5:30 zerre ich mein Fahrrad aus dem Keller, beim auf die Straße treten beißt mir der Wind ins gesicht, es ist kälter als gedacht, aber immerhin regnet es nicht und ich bin warm angezogen. Beim Fahren durch die noch dunklen Straßen kann ich der schönen laubfärbung kaum etwas abgewinnen, die langsam kahl werderdenden Bäume recken ihre Äste wie starre Leichenfinger zum Himmel und erinnern mich was auf dem Spiel steht. Kurz vor 6uhr erreiche ich den Vorplatz des Kafkaesquen Gebäude meiner Begirde, den Papiertempel des Grauens, den Plattenbau direkt aus der Hölle, das Bürgeramt. Ich schließe mein Fahrrad an einem Vermutlich genormten Fahrradabstellplatz an, in der hoffnung mein Schloss möge der scharfen Brandung der Beschaffungskriminalität auf diesem Platz trotzen. Der Eingangsbereich ist bereits erläuchtet, vermutlich gehen die Läuchstoffröhren welchen ihr kaltes licht auf die Waschbeton Treppe werfen hier niemals aus. Man sollte glauben das man um diese Gottlose Uhrzeit doch der erste vor dem Amt ist. Ich ziehe eine Schaumstoff sitzunterlage aus meiner Tasche und lasse mich auf den eiskalten Stufen nieder. Nun heißt es warten. Warum dieser Aufwand, ich könnte das von mir benötigte Dokument doch auch einfach Online anfragen, ach ja...kein Smartphone da war ja was. Eigentlich wolte ich die warte zeit mit lesen verbringen, im westen nichts neues, das buch ist schmal genung um in der Tasche kaum platz weg zu nehmen, doch gerade ist mir eher nach Menschen beobachten als nach dem Lesen von Graphisch beschriebenen Kriegs verletzungen. Ich sehe Busse kommen und gehen, aus ihnen ergießt sich ein nicht enden wollender strom an menschen die irgendwo hin gehen, kaum einer von ihnen sieht glücklich aus. Eine abgemagerte Frau in einem langen dicken mantel untersucht den Boden der Bushaltestelle auf eventuell nicht fertig gerauchte Kippenstummel, in meinem Kopf stellt sich der gedanke ein das es mir scheinbar vergleichsweise noch ganz gut geht, jedoch wird er sogleich von dem Gedanken verdrängt das dies auch ich in ein paar Monaten sein könnte. Auf der Straße fährt ein LKW mit glühend roten Augen vorbei, einen moment lang bin ich mir nicht sicher ob ich wirklich mit dem Kiffen aufgehört habe, realisiere dann das es sich wohl um diese animierten LED pannels handeln muss. Nach und nach gesellen sich mehr Menschen in den Eingangsbereich, man grüst sich kurz und witmet sich dann wieder dem warten. Ich mustere den eingangsbereich näher, an der Decke fehlen ein paar milchglas platten und man hat direkte sicht auf die Leuchtstoffröhren, am unteren rand des Türrahmens and der wand ist ein kleines Stencil Grafito. Es ist Windig auf der Treppe, der Geruch von Tankstellen Kaffee fliegt an mir vorbei. In der nähe der Fahrrad Ständer am Ende der wartenden Menschen schlange hat sich ein Händler niedergelassen, die Wartenden sind sowohl seine Tarnung als auch teilweise seine Kunden, die von ihm verkauften Waren lindern den den Weltschmerz für kurze zeit. Nun ist es kurz vor 7 Uhr und die Menge wird unruhig, etwas hat sich hinter der Gläsernen Pforte bewegt, ein Sicherheits man mit großem Schlüsselbund nähert sich. Die Tür wird geöffnet und man stömt hinein, jedoch nur ein paar meter, denn hier geht das warten weiter, aber immerhin im warmen. Ein Sachbearbeiter tritt vor die Menge und fragt ob jemand dabei sei der nur gekommen ist um bereits beantragte Dokumente abzuhohlen, niemand meldet sich. Da ich früh genug da war habe ich platz 2 in der Schlange, 5 minuten später stehe ich am Tresen und beantrage mein Dokument. Zu meiner grenzenlosen überraschung, wird es mir direkt ausgedruckt, gestempelt und übergeben. Ungläubig verlasse ich mit dem Dokument in der Hand das Gebäude, es ist 7:10 und die Schlange ist auf eine Länge von etwa 60 Metern angewachsen. |
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